Ambulanter Hospizdienst

Einige von gut 50 Ehrenamtlichen der SPES VIVA-HospizhelferInnen-Gruppe
Einige von gut 50 Ehrenamtlichen der SPES VIVA-HospizhelferInnen-Gruppe

Der ambulante Hospizdienst fühlt sich den grundlegenden Grundsätzen der Hospizbewegung verbunden:
Die Zeit des Sterbens wird als zum Leben gehörende Zeit angesehen. Daraus ergibt sich ein bewusster Umgang mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer.

Die Sterbenden sollen möglichst frei von Schmerzen und anderen beeinträchtigenden Symptomen die letzte Lebensphase bewusst erleben, damit diese wesentliche Zeit zu einer intensiv gelebten Zeit werden kann – auch im Zusammensein mit Angehörigen und nahe stehenden Menschen.

Darüber hinaus will die Hospizbewegung durch Öffentlichkeitsarbeit zu einer Entwicklung beitragen, die einen ehrlichen und würdevollen Umgang mit Sterben, Tod und Trauer ermöglicht, unabhängig von Religionszugehörigkeit, Weltanschauung, Nationalität oder Art der Erkrankung.

Die SPES VIVA-Hospiz-HelferInnen-Gruppe kann
und möchte:

  • sich Zeit nehmen für schwerkranke Menschen, bei ihnen sein, um miteinander zu sprechen oder auch zu schweigen, ihre Bedürfnisse und Wünsche erfüllen helfen, ihre Hoffnungen und Ängste mittragen
  • die Angehörigen unterstützen und ihnen beim Abschiednehmen und in der Trauer Begleitung anbieten.
  • Wir führen Palliativ-care-Beratung durch in enger Zusammenarbeit mit der Palliativstation und dem Palliativstützpunkt.
  • Familien mit lebensbegrenzt erkrankten Kindern oder Jugendlichen begleiten und unterstützen, ebenso Eltern nach Fehl- oder Totgeburt eines Kindes.
  • das Angebot zu Einzel- oder Gruppengesprächen für Trauernde aller Altersstufen, auch für Kinder und Jugendliche anbieten.
  • Schulungen und Weiterbildungen für diejenigen anbieten, die überlegen, ob sie ehrenamtlich im Hospizdienst mitarbeiten möchten.
  • Darüber hinaus informiert die SPES VIVA-HospizhelferInnen-Gruppe in der Öffentlichkeit durch Gespräche und Vorträge, Informationsveranstaltungen, Seminare und Kurse.

Weiterbildung für Trauerbegleitung erfolgreich abgeschlossen

Erfolgreiche Absolventinnen!

In Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) hat der Hospizdienst SPES VIVA neue Trauerbegleiterinnen ausgebildet.

„Als Mitarbeiterinnen unseres Hospizdienstes arbeiten wir im Café für Trauernde, um Hilfesuchenden einen Raum zu bieten, mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen“, beschreiben zwei Teilnehmerinnen die Perspektive für ihr zukünftiges Praxisfeld. Mit einem Dutzend anderer Ehrenamtlichen nahmen sie erfolgreich an einem Kurs des SPES VIVA Hospizdienstes in Zusammenarbeit mit der KEB teil und sind nun zertifizierte Trauerbegleiter

„Sterben, Tod und Trauer erfasst den Menschen in seinem ganzen Wesen. Jeder Mensch trauert anders, es gibt viele Aspekte in einem Trauerprozess und so unterschiedlich sind auch die Wege in und mit der Trauer“, konstatiert die Kursleiterin Renate Hartjenstein aus Bensheim. „Im Kurs haben wir es geschafft, das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten“, ergänzt sie. „Neben der Säule der Sterbebegleitung spielt die Trauerbegleitung im Rahmen der Hospizarbeit eine immer größere Rolle. Darauf sollten die Teilnehmer gut vorbereitet werden, um dann in der Praxis Trauernden angemessen und hilfreich zur Seite zu stehen“, weiß auch die hauptamtliche Koordinatorin vor Ort, Marion Heitling, um die Wichtigkeit der Qualifizierung. „Die innere Haltung ist entscheidend: respektvoll, vertrauend und wertschätzend zu sein.“

Mit einer feierlichen Zertifikatsübergabe wurde die Weiterbildung, die mehr als 100 Stunden umfasste, abgeschlossen. Ein landesweit anerkanntes KEB Zertifikat überreichte Maria Wilken, stellvertretende Leiterin des Bildungswerkes, an: Lena Grotegeers, Marianne Bußmann, Gisela Panknin, Sandra Kötter, Marianne Vehring, Sigrid Kromik, Adriane Heinzelmann, Marianne Ganseforth, Ulrike Piepmeyer, Barbara Arendröver, Brigitte Pavic, Meike Heinrich, Anneliese Fischer und Maria Ries.

Nähere Informationen zur SPES VIVA Sterbe- und Trauerbegleitung:
Marion Heitling (Koordination des SPES VIVA Hospizdienstes), Tel. 05473/29-117, heitling@spes-viva.de. Informationen zur Katholischen Erwachsenenbildung:
Maria Wilken, Tel. 04471-91080, mwilken@bildungswerk-clp.de.

Autorin: Brigitte Pavic

Zusammen ist man weniger allein. Das SPES VIVA Trauercafé spendet Betroffenen neuen Lebensmut

Ostercappeln. Eine reichlich gedeckte Kuchentafel, duftender Kaffee und flackernder Kerzenschein – auf den ersten Blick deutet nicht viel hin auf einen Treff für trauernde Menschen im Osnabrücker Land. Doch ein Mal im Monat finden Trauernde in der Alten Mädchenschule in Ostercappeln einen Raum zum Beisammensein.

Mit einem Einstiegstext begrüßen Rita Stolte und Laure Meierrose die Besucher. Heute geht es um einen Menschen, der sich in der Wüste verirrt, letztendlich einen Ausweg findet und vor allem eines nicht verliert: die Hoffnung. Symbolik ist den beiden ausgebildeten Trauerbegleiterinnen sehr wichtig. So ist der Tisch mit Wüstenrosen, Zweigen und Kristallen dekoriert. „Wir legen sehr viel Wert auf die Atmosphäre im Café. Dazu gehört, dass wir jedes Mal ein neues Thema des Treffens haben“, erklärt Stolte. Rituale seien ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, ergänzt Meierrose. So habe jeder Gast sein eigenes Teelicht, das er zu Beginn selber an einer großen Kerze entzünde.

Doch mit welcher Motivation kommen die Besucher ins Cafe für Trauernde? „Man kann von niemandem erwarten, der nicht selber trauert, dass er die Trauer verstehen kann”, sagt eine Besucherin, die nach dem Tod eines Angehörigen viel Trost in der Gruppe findet. „Ich habe das Gefühl, hier verstanden zu werden“, ergänzt eine weitere. Die gemeinsame Erfahrung verbindet sie.

Was bei allen Besuchern gut ankommt: Das Angebot ist unverbindlich und zwanglos. „Wir schreiben niemandem etwas vor“, sagt Marion Heitling vom ambulanten SPES VIVA-Hospizdienst. „Ob traurig oder fröhlich – hier darf jeder so sein, wie es ihm beliebt. Und alles, was hier gesagt wird, bleibt in dieser Runde. Auf Verschwiegenheit legen wir sehr großen Wert.“ Einen therapeutischen Anspruch habe das Trauercafé nicht, das ist Stolte und Meierrose wichtig. Die beiden Ehrenamtlichen wurden speziell geschult und  verstehen sich als Begleiter für Trauernde.

Wer Interesse am Café für Trauernde gefunden hat: Die Treffen finden ab sofort regelmäßig am ersten Dienstag im Monat von 15 bis 16.30 Uhr in der Alten Mädchenschule, Kirchplatz 9 in Ostercappeln statt. Eine Anmeldung für das kostenlose Angebot ist nicht erforderlich.

Spenden neuen Lebensmut: (v.l.) Marion Heitling, Laure Meierrose und Rita Stolte begleiten Betroffene im Trauercafé.

Mit grünen Bändern gegen ein Tabuthema

Sie schenken Hoffnung und Unterstützung (v.l.): Ulrike Piepmeyer, Barbara Lamker und Lena Grotegeers.

Ostercappeln. Grün ist ja bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Und genau die wollen die vielen Helfer des ambulanten SPES VIVA Hospizdienstes geben. Am Tag der Kinderhospizarbeit informierte ein Stand der Einrichtung im Krankenhaus St. Raphael in Ostercappeln über seine Arbeit.

 

„Wir wollen die Menschen für ein Thema sensibilisieren, dass für viele immer noch tabu ist“, erklärt Barbara Lamker. Die Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes hält ein grünes Band in den Händen – ein Symbol für den auch in vielen anderen Ländern begangenen Tag. Ihre Hoffnung: „Mehr Solidarität für unsere Arbeit!“ Dann erzählen Lamker und ihre Mitstreiterinnen Lena Grotegeers und Ulrike Piepmeyer davon, von ihrer Arbeit. Von Hausbesuchen bei Familien, die ein schwersterkranktes Kind haben, wie sie die Eltern in einem Alltag, der schon lange kein normaler mehr ist, zu entlasten versuchen. Zu den kostenlosen Unterstützungsangeboten gehöre vor allem die Schaffung von Freiräumen für die Angehörigen, aber auch die Beschäftigung mit dem kranken Kind selber, so Piepmeyer.

 

Die ehrenamtlichen Kinderhospizbegleiterinnen sind alle in speziellen Seminaren für diese Arbeit geschult worden. Den Familien zeigen, dass sie in der Not nicht auf sich alleine gestellt seien, so beschreibt Lamker den Grund für den Informationsstand im Eingangsbereich des Krankenhauses. Auch wenn die Begleitung von todkranken Kindern immer noch ein Tabuthema für viele sei, so machten ihr doch einige Dinge Mut: „Es gibt immer mehr ehrenamtliche Helfer und wachsendes Interesse an unserer Arbeit. Und in unserem Netzwerk von ambulanten Kinderhospizdiensten in Kooperation mit der Einrichtung „Löwenherz“ in Syke können wir niedersachsenweit betroffenen Familien helfen.“

 

Neben der Möglichkeit, sich am SPES VIVA-Informationsstand auszutauschen, haben die Hospizdienstmitarbeiter auch noch für einen Filmabend gesorgt. „Seelenvögel“ heißt der Film, der den Besuchern der Einrichtung gezeigt wird. Regisseur Thomas Riedelsheimer begleitet dabei drei todkranke Kinder und Jugendliche und zeigt deren Alltag in ihren Familien. „Der unmittelbare Einblick in eine eigentlich unvorstellbare Situation hat viele der Besucher tief beeindruckt“, beschreibt Lamker.

 

Informationen rund um den ambulanten SPES VIVA-Hospizdienst gibt es bei den Koordinatorinnen Marion Heitling und Barbara Lamker unter Tel. 05473/290 oder per Mail unter heitling@spes-viva.de.

SPES VIVA e.V. · Bremer Straße 31 · 49179 Ostercappeln · 05473/29-0 · kontakt@spes-viva.de