SPES VIVA Trauerland wird duch jährliche Patenschaften in der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.
Erste Patin für SPES VIVA Trauerland ist Frau Polizeipräsidentin Heike Fischer, Osnabrück.

Frau Heike Fischer wurde 1962 in Ilsede (Landkreis Peine) geboren und ist verheiratet.
Ihre polizeiliche Tätigkeit begann Frau Fischer 1982 bei der Kriminalpolizei in Niedersachsen. Erste Erfahrungen hat sie bei der Kriminalpolizeiinspektion Hameln gesammelt. Weitere Stationen führten sie zur Bezirksregierung Hannover und als Dozentin an die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Hildesheim.
Nach Abschluss an der Polizeiführungsakademie in Münster war Frau Fischer als Referentin im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport und später als Abteilungsleiterin im Landeskriminalamt Niedersachsen tätig. Danach arbeitete sie in der Funktion als Polizeivizepräsidentin zuerst in Osnabrück und zuletzt bei der Polizeidirektion Braunschweig.
Seit Anfang 2010 leitet Frau Fischer als Polizeipräsidentin die Polizeidirektion Osnabrück.
Frau Fischer hat im August 2010 die Patenschaft für das Trauerland übernommen. Wir haben ihr ein paar Fragen dazu gestellt:
Was hat Sie dazu bewogen, die Patenschaft für das SPES VIVA Trauerland zu übernehmen?
Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer eine schwere Bürde, die für jeden von uns – auch bei unserer Tätigkeit als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter - nur sehr schwer zu bewältigen ist. Denn: Trauer ist Schwerstarbeit für Leib und Seele!
Gerade Kinder können im Trauerfall häufig zu doppelten Verlierern werden. Sie verlieren beim Verlust von Mutter, Vater oder Geschwistern nicht nur eine geliebte Bezugsperson, einen Freund und Spielgefährten, sondern meist auch über längere Zeit die Zuneigung und Aufmerksamkeit ihrer Familienmitglieder, weil diese selbst mit ihrer Trauer beschäftigt sind.
Da aber gerade Kinder in dieser Zeit besonders viel Aufmerksamkeit und Zuneigung brauchen, finden sie im SPES VIVA Trauerland durch eine achtsame Begleitung von Pädagogen und geschulten Ehrenamtlichen die innere Aufbauhilfe und den geschützten Raum, um ihre Trauer erfolgreich zu verarbeiten und die Mauer der Sprachlosigkeit zu überwinden.
Dieses Konzept, Kinder und ihre Familien auf ihrem Trauerweg zu unterstützen und zu begleiten, hat mich gleich fasziniert. Ich finde es bemerkenswert, wie selbstlos und motiviert sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im SPES VIVA Trauerland für die Trauernden in ihren schwersten Zeiten einsetzen.
Insbesondere unsere Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten auf der Straße haben dadurch die Möglichkeit bei traurigen Einsatzanlässen, wie Todesfällen oder sonstigen Schicksalsschlägen, betroffene Kinder und ihre Familien direkt an eine professionelle Stelle wie das SPES VIVA Trauerland weiterzuvermitteln und/oder deren Hilfe sowie Beratung in Anspruch zu nehmen.
Deshalb ist es für mich selbstverständlich, eine Herzensangelegenheit und zugleich eine große Ehre die Patenschaft für das Projekt übernommen zu haben. Ich freue mich sehr auf einen gemeinsamen Weg im SPES VIVA Trauerland.
SPES VIVA Trauerland ist erst im August 2010 eröffnet worden. Sie haben direkt im ersten Jahr die Patenschaft übernommen. Was erwarten Sie von dem Projekt?
Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten und Facetten die das besondere Projekt bietet, ist es eine wichtige und wertfreie Anlaufstelle für trauernde Kinder und setzt damit einen Meilenstein für den Umgang mit Trauerarbeit in unserer Region.
Dieses „junge“ Projekt hat schon nach den ersten Wochen in einem außergewöhnlichen Umfang dazu beigetragen, „Tod und Trauer“ aus der Tabuzone herauszuholen.
Eine wesentliche Säule von SPES VIVA Trauerland ist die Mitarbeit von vielen ehrenamtlichen Helfern. Was möchten Sie den ehrenamtlichen Mitarbeitern mit auf den Weg geben?
Den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich weiterhin viel Kraft, Ausdauer und das nötige Einfühlungsvermögen für ihre schwere Aufgabe im SPES VIVA Trauerland!
Außerdem möchte ich Ihnen meinen ganz besonderen und herzlichen Dank aussprechen. Denn: Durch Ihr selbstloses und beispielsuchendes Engagement sind sie eine unverzichtbare Stütze für dieses Projekt.
Sie geben den trauernden Kindern und deren Familien den nötigen Halt und die
Unterstützung, die sie in ihrer schwersten Zeit brauchen. Das gebührt meiner besonderen Wertschätzung und Anerkennung!
Haben Sie selber schon Erfahrungen mit Tod und Trauer gemacht?
Bei der Polizeiarbeit wird man leider häufig mit „Tod und Trauer“ und den unterschiedlichsten Schicksalen konfrontiert. Insbesondere wenn es um Kinder geht, ist die Betroffenheit bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und auch bei mir selbst natürlich sehr groß. Daher ist es sehr wichtig, dass uns SPES VIVA Trauerland bei unserer nicht immer einfachen Arbeit wertvolle Hilfe leistet und professioneller Ansprechpartner ist.
Was wünschen Sie SPES VIVA Trauerland?
Als Polizeipräsidentin der Region Osnabrück und Patin fühle ich mit dieser Einrichtung sehr verbunden. Ich hoffe, dass dieses überzeugende und anrührende Projekt weiterhin viel personelle, aber auch die benötigte materielle Unterstützung in der Öffentlichkeit findet und das schwierige Thema „Tod und Trauer“ weiterhin so einfühlsam in unsere Gesellschaft getragen wird.