Karneval und Trauerbegleitung schließen sich nicht aus

Narren überreichen 3.760 Euro an das SPES VIVA Trauerland

Belm. Prinzenproklamation, Ossensamstag, Galasitzung: Der karnevalistische Kalender in der Osnabrücker Region ist prall gefüllt. Zusammen mit dem närrischen Treiben hat sich eine weitere Tradition entwickelt: Alljährlich verkaufen die Regenten und der Bürgerausschuss Osnabrücker Karneval (BOK) Pins für den guten Zweck. In diesem Jahr war das SPES VIVA Trauerland Adressat der Aktion. Die Karnevalisten überreichten einen Scheck über 3.760 Euro.

Stadtprinzessin Gaby I. Rittmeister, ihre Adjutantin Iris Buschermöhle sowie René Herring, Detlef Spindler und Björn Kaisen vom BOK besuchten die Einrichtung in Belm. Diese begleitet Kinder und Jugendliche, die einen nahen Menschen verloren haben. Passen Karneval und Trauerbegleitung zusammen? Für René Herring eindeutig ja: „Karneval ist nicht nur feiern. Wir denken auch an die Menschen, denen es nicht so gut geht.“

Der Pinverkauf bietet genau diese Möglichkeit. Sie bilden den Stadtprinzenorden im Kleinformat ab. In dieser Session ist ein Funkenmariechen der Grün-Weißen-Garde zu sehen, dem Heimatverein von Gaby Rittmeister. Die Pins, die für 2,50 Euro zu haben sind, werden aber nicht nur auf Karnevalsveranstaltungen angeboten. Ein bewährter Anlaufpunkt ist der Weihnachtsmarkt, wo sich viele Abnehmer finden. Besonders gut in Erinnerung ist den Karnevalisten diesmal das Team eines Standes geblieben, berichtete Detlef Spindler: Es stellte kurzerhand das Trinkgeld des Tages als Spende zur Verfügung.

In Belm überreichten die Besucher nicht nur den Scheck an SPES VIVA-Vorstandsmitglied Jens Strebe, Geschäftsführerin Sandra Kötter sowie Trauerland-Leiterin Hannah Erk. Sie informierten sich auch eingehend über die Arbeit der Einrichtung, die ausschließlich über Spenden finanziert wird.

Der Tod eines nahen Menschen sei eine „einschneidende Erfahrung, die jeder Mensch anders verarbeitet“, erläuterte Hannah Erk. Entsprechend gebe die Einrichtung allen Kindern und Jugendlichen den Rahmen, auf die eigene Weise mit ihrer Trauer umzugehen. Derzeit werden mehr als 50 Kinder und Jugendliche in fünf Gruppen betreut. Möglich ist die enge Begleitung, weil das SPES VIVA Trauerland mit Ehrenamtlichen zusammenarbeitet. Diese würden mit regelmäßigen Fortbildungen geschult. „Das muss man erst einmal stemmen können“, sagte Jens Strebe mit Blick auf die vielseitige Tätigkeit. Allerdings kosten die Fortbildungen Geld. Auch deshalb ist das Trauerland auf Spenden angewiesen. Strebe dankte deshalb den Besuchern für ihre tolle Unterstützung – und erwarb auch umgehend einen Pin.


Zu den Fotos:
Eine Besichtigung des Trauerlands in Belm stand auf dem Programm der Karnevalisten, die eine Spende über 3.760 Euro überreichten. Dabei warfen sie auch einen Blick in den Toberaum (von links): SPES VIVA-Geschäftsführerin Sandra Kötter, Vorstand Jens Strebe, Detlef Spindler (BOK), Stadtprinzessin Gaby Rittmeister, Adjutantin Iris Buschermöhle, René Herring (BOK) und Trauerland-Leiterin Hannah Erk.